„Respekt, Wertschätzung und Partizipation!“

Mit diesen Worten überschrieben die Studierenden Maxi Krüger, Agnes Wagner und Tobias Trißl ihr Fotoprojekt, die die Grundlage der Zusammenarbeit mit den Bewohnern des „Haus Schöneweide“ bildeten.


Die nun ab 16.05.2017 bis 25.06.2017 gezeigte Fotoausstellung mit über zwei Dutzend ausdrucksstarken Bildern entstand im Rahmen des Studienschwerpunkts „Stadtteilorientierte Soziale Arbeit“ im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin in Kooperation mit dem Haus Schöneweide und dem Brückeladen (beide GEBEWO Soziale Dienste Berlin gGmbH).

Respekt Wertschätzung und Partizipation Bild: Tobias Trißl

Ziel war es ein Projekt gemeinsam mit obdachlosen und/oder suchterkrankten Menschen durchzuführen, das Vorurteile abbaut und dadurch mehr Kontakte zwischen Bewohnern des Haus Schöneweide und der unmittelbaren Nachbarschaft herstellt/knüpft.


Maxi Krüger, Agnes Wagner und Tobias Trißl gewannen mit der Unterstützung Frau Richters (Leitung Haus Schöneweide) sogenannte „Kiezperten“, die Maxi, Agnes und Tobias für das Projekt begleiteten und ihnen den Bezirk aus verschiedenen - aus ihren! - Blickwinkeln vorstellten. Maxi, Agnes und Tobias trafen hierbei u.a. auf Nico Herrmann, der Enten liebt und ca. 800! Enten, vorwiegend in Form von Kuscheltieren, in seinem Zimmer beherbergt. Sie lernten aber auch Willi Stürmer kennen, der für sein Leben gern läuft und regelmäßig an der wöchentlichen Laufgruppe durch die Wuhlheide teilnimmt.


Ausgestattet mit einer Digitalkamera, einer Polaroid-Kamera und einer alten Filmkamera begleiteten Maxi, Agnes und Tobias über Wochen, jeden Dienstag, Nico Herrmann, Willi Stürmer und Andy Droma, um gemeinsam den Sozialraum Schöneweide zu erkunden und diese Erkundungen bildlich festzuhalten. Von Anfang an sollte das Projekt keine Sightseeingtour sein. Vielmehr sollte es den Lebensraum der teilnehmenden Bewohner aus dem Haus Schöneweide widerspiegeln, Einblicke in ihre Alltagstrukturen und der für sie bedeutenden Orte gewähren.
Auf ihrer „Tour“ durch den Kiez trafen sie jedoch nicht nur auf neu entdeckte Ecken, sondern kamen ins Gespräch. So auch mit Menschen aus der Nachbarschaft, die wie Nico Herrmann, Willi Stürmer und Andy Droma zu den Orten und ihrem Umfeld viel zu erzählen haben - Geschichten aus ihrem Alltag vor der Wende zum Beispiel, aus der Zeit, „wo nüscht wirklich toll, aber irjendwie allet bessa“ war. Einer Zeit, in der sie noch direkt in ihrem Kiez einer Arbeit nachgegangen sind, ohne lange Fahrtzeit und ohne Sorgen, ob das Geld am Monatsende für die Miete reicht. Sie erzählen einem, welche Läden wo und wie lange waren und das „ditt mit den Supermärkten ja ooch keene Lösung“ sei. Sie berichten jedoch auch, wie sich die Welt um sie herum verändert hat, „Weil früha warn wa ne Jemeinschaft und heute is man so anonym“.


Respekt, Wertschätzung und Partizipation – das waren die elementaren Stichworte bei der Findung des Projektes. Auch Nico Herrmann hat am Ende noch ein ganz besonderes Anliegen und einen Wunsch, den er mit dem Fotoprojekt verbindet: Er findet es schade, dass das „Haus Schöneweide“ den Ruf als „Alkoholiker-Haus“ hat und das die Menschen aus der Nachbarschaft die betrunkenen Menschen vom Bahnhof-Schöneweide stets mit den Bewohnern des Wohnheims gleichstellten oder das „Haus Schöneweide“ als „das gelbe Elend“ titulierten. Nico möchte durch die Fotos, die während der Touren entstanden, den außenstehenden Menschen zeigen, wie schön das Haus Schöneweide von innen aussieht und wie unterschiedlich und engagiert die Bewohner sind. Diesem Wunsch Nicos, dieses Bild der Öffentlichkeit zu zeigen, möchten wir mit der nun präsentierten Ausstellung gern erfüllen.
In diesem Sinne, machen Sie sich ein eigenes Bild!

 

Die Fotoausstellung wird untersützt durch den Initiativfonds der Partnerschaft für Demokratie Treptow-Köpenick.

Für Rückfragen steht Ihnen Robert Ringel (Abteilung Gesundheit und Umwelt, QPK, Suchthilfekoordination Treptow-Köpenick), Tel.: 90297-6170, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gern zur Verfügung.

 

Eröffnung der Fotoausstellung:

16. Mai 2017

14 Uhr

Rathaus Köpenick

Informationen zur Ausstellung